Bitterer Flutlichtabend für Fortuna Köln
Freitagabend, Flutlicht, Südstadion – eigentlich beste Voraussetzungen für einen schönen Fußballabend. Am zehnten Spieltag empfing Fortuna Köln den VfB Stuttgart II. Nach dem Unentschieden gegen Saarbrücken und der Niederlage gegen Essen war die Hoffnung groß, endlich den ersehnten Befreiungsschlag zu schaffen.
Abseits des Platzes war der Abend für mich auch wirklich schön. Ich habe viele coole Leute wiedergesehen, einige neue kennengelernt und tolle Gespräche geführt. Besonders gefreut hat mich der Austausch über meine Blogbeiträge und das positive Feedback dazu. Genau solche Begegnungen machen für mich einen Fortuna-Abend aus.
Sportlich war es dagegen leider deutlich schwieriger.
Die erste Halbzeit war ziemlich zäh. Fortuna stand defensiv ordentlich, entwickelte nach vorne aber zu wenig Gefahr. Und genau das ist für mich weiterhin das große Problem: Hinten stehen wir grundsätzlich gut, aber offensiv fehlt einfach die Durchschlagskraft.
Nach der Pause wurde es besser. Fortuna kam deutlich engagierter aus der Kabine und entwickelte mehr Druck. Besonders bitter war dann die Szene nach einer Ecke von Bennit Bröger: Enzo Wirtz setzte den Ball per Kopf an die Latte. Der Abpraller konnte ebenfalls nicht verwertet werden.
Da dachte ich wirklich: Jetzt könnte Fortuna den Führungstreffer machen.
Doch dann kam die entscheidende Phase.
In der 75. Minute sah Tom Geerkens die Gelb-Rote Karte. Fortuna musste die Schlussphase also in Unterzahl bestreiten. Ausgerechnet in diesem Moment war ich kurz auf der Toilette. Als ich zurückkam, sagte mir eine Bekannte nur: „Rote Karte.“
Meine Reaktion: „Ach du Scheiße.“
Danach dachte ich eigentlich nur noch: Hoffentlich geht das irgendwie gut.
Leider ging es nicht gut.
In der 80. Minute fiel das 0:1 durch Maximilian Herwerth. Besonders bitter: Bei der Entstehung des Treffers wurde Jannik Mause von Herwerth gefoult, der Pfiff blieb allerdings aus. Herwerth spielte weiter und traf anschließend selbst zum Führungstreffer für Stuttgart II.
Für mich war das der Genickbruch des Spiels.
Natürlich kann man nicht alles auf die Rote Karte oder das Gegentor schieben. Fortuna hatte vorher selbst die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Genau da sind wir wieder bei meinem größten Kritikpunkt: Wir müssen unsere Chancen endlich nutzen.
Denn Möglichkeiten sind durchaus vorhanden. Aber vorne fehlt momentan einfach die nötige Konsequenz.
An dieser Stelle möchte ich trotzdem Matthias Mink zu seinem 250. Pflichtspiel als Fortuna-Trainer gratulieren. Respekt für diese Marke! Ich mag Mink persönlich sehr und halte ihn für einen feinen Kerl. Gerade deshalb wünsche ich mir aber auch, dass jetzt die richtigen Schlüsse gezogen werden.
Ich würde mir im Training vor allem im Offensivbereich mehr Schusstraining und neue taktische Ansätze wünschen. Gerade von Bornemann und Wirtz, die auch zu meinen persönlichen Lieblingsspielern gehören, möchte ich wieder mehr Torgefahr sehen. Die Jungs müssen wieder richtig heiß werden und mehr Selbstvertrauen vor dem Tor bekommen.
Natürlich war es eine englische Woche, deshalb sollte man jetzt nicht alles überbewerten. Aber bis zum nächsten Spiel gegen Münster ist wieder etwas mehr Zeit da. Diese Zeit muss genutzt werden.
Denn langsam mache auch ich mir Sorgen. Vor der Saison hätte ich nicht gedacht, dass wir uns so früh mit Abstiegsgedanken beschäftigen müssen. Ich bin eigentlich ein positiver Fortuna-Fan, aber die aktuelle Situation lässt auch mich nicht mehr ganz ruhig schlafen.
Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf.
Abseits des Platzes war es ein richtig schöner Abend, sportlich dagegen ein bitterer. Jetzt muss gegen Münster eine Reaktion kommen. Vor allem offensiv muss mehr passieren. Wir müssen unsere Chancen nutzen, wieder Tore schießen und uns endlich für den Aufwand belohnen.
Jetzt heißt es erst einmal abwarten, was der restliche Spieltag bringt.



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