Bundesliga// SG Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 2:2
Zuschauer 59.300 (8,500 Gäste)
Am Ostersonntag ging es für mich nach Frankfurt am Main – zum Auswärtsspiel des 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt im Waldstadion. Schon im Vorfeld war klar, dass das kein normaler Fußballtag wird. Das Stadion war mit knapp 59.000 Zuschauern komplett ausverkauft, und als ich drin war, hat mich diese Wucht direkt gepackt. Dieses Stadion hat eine ganz eigene Ausstrahlung – eine Mischung aus altehrwürdig und gleichzeitig modern. Genau so hatte ich mir in etwa ein Stadion wie bei Arsenal FC vorgestellt, auch wenn ich dort noch nie war.
Die Stimmung war von Anfang an extrem. Zwischen Köln und Frankfurt herrschte eine extrem aufgeheizte Stimmung im Stadion – beide Fanlager haben durchgehend Vollgas gegeben, und man hat sofort gemerkt, dass hier richtig Spannung in der Luft liegt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so krass wird – das war vom Gefühl her fast wie ein Derby gegen Gladbach oder Düsseldorf. In der Kurve ging es richtig ab, permanent flogen Bierbecher, und beide Seiten haben ordentlich Druck gemacht.
Der Weg zum Stadion war ebenfalls ein Erlebnis. Auf dem Weg nach Frankfurt habe ich in Koblenz Stadtmitte einen FC-Bekannten getroffen, den ich schon kannte. Das war eher zufällig, aber im Nachhinein richtig gut, weil wir ab Koblenz dann zusammen weitergefahren sind. Dadurch war ich nicht alleine unterwegs, und er kannte sich in Frankfurt aus, was vieles einfacher gemacht hat.
Der Weg selbst zum Stadion hatte es aber auch in sich. Teilweise wurden wir auf dem Weg zum Gästeblock sogar über eine Autobahnspur geleitet. In dem Moment dachte ich nur, gleich kommen hier tausende Autos entgegen. Die Polizei hatte aber alles komplett abgeriegelt, sodass wir entspannt weiterlaufen konnten. Trotzdem war das ein echt komisches Gefühl, da entlangzulaufen.
Sportlich war das Spiel sehr offen. Köln hatte in der ersten Halbzeit gute Chancen, vor allem eine Szene kurz vor der Pause, die man einfach besser hätte ausspielen müssen. Das war richtig ärgerlich. Frankfurt kam aber auch zu Möglichkeiten, sodass es hin und her ging. In der zweiten Halbzeit wurde es dann bitter, als Frankfurt schnell auf 2:0 stellte. In dem Moment war die Stimmung bei mir komplett im Keller. Aber dann kam die Reaktion vom FC – erst das 1:2 und kurz darauf der Ausgleich zum 2:2. Am Ende muss man sagen, dass das Unentschieden leistungsgerecht war.
Nach dem Spiel bin ich noch ein bisschen ums Stadion gelaufen und habe mir alles angeschaut. Eigentlich wollte ich noch ins Eintracht-Museum, aber das hatte leider schon geschlossen. Dafür konnte ich zumindest durch den Heimbereich gehen und mir einen Eindruck verschaffen. Danach ging es noch in eine Fankneipe auf ein Bier, bevor ich mich langsam Richtung Hauptbahnhof aufgemacht habe.
Und dann kam die andere Seite von Frankfurt. Ich bin durch das Bahnhofsviertel gelaufen, unter anderem durch die Moselstraße, und das war schon heftig. Zwischen Prostitution, Drogen und Obdachlosigkeit habe ich Dinge gesehen, die mich echt beschäftigt haben. Die Stimmung dort war angespannt, teilweise aggressiv, und ich war ehrlich gesagt froh, einfach nur durchzukommen.
Ich habe mir dann noch einen Döner geholt und bin anschließend in einen Irish Pub gegangen, um dort noch zwei Bier zu trinken. Danach wollte ich mir für die Rückfahrt noch schnell Bier holen. Ich habe mir vier Flaschen genommen, weil sie für 1,50 € ausgeschrieben waren. Als ich dann bezahlen wollte, wollte der Verkäufer plötzlich 36 € von mir haben. Da habe ich ihn direkt gefragt, ob er mich verarschen will – erst für 1,50 € anbieten und dann so einen Preis verlangen. Das habe ich natürlich nicht mitgemacht, habe die vier Bier stehen lassen und bin einfach nur noch abgefuckt weitergegangen. Schon heftig, was da teilweise versucht wird.
Als ich dann an meinem Reiseziel wieder zu Hause angekommen bin und mit dem Nachtbus weiterfahren musste, hat mein Kopf erst richtig angefangen zu realisieren, was an diesem Tag alles passiert ist. Die Momente im Stadion, diese extrem aufgeheizte Stimmung zwischen Köln und Frankfurt, aber auch das, was ich später im Bahnhofs- und Rotlichtviertel gesehen habe das hat mich beschäftigt. Beide Seiten von Frankfurt wirken noch einen Tag später nach. Da denkt man sich einfach: Das war gestern schon eine ziemlich heftige Hausnummer.
































































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